Schädlinge

Um es vorweg zu nehmen, ich verwende keine Pestizide, denn wir verwerten die Früchte. So wie ich die Pflanzen halte, biete ich ihnen ein geeignetes Klima, die Schädlinge sind rar.  Aber wenn sie mal da sind bekämpfe ich sie mit einem Gemisch von Wasser mit Schmierseife (100:3) und wenn es ganz schlimm, was man vermeiden sollte, wird noch Spiritus (3) und Rapsöl (1) dazugegeben, im Verhältnis 100:3:3:1 ungefähr!

Sie werden auf und unter den Blättern mindestens 3 mal im Abstand von 3 Tagen bespritzt. Meistens verwende ich nur verdünnte Schmierseife. Nach 3Tagen spritze ich die ganze Pflanze mit dem Gartenschlauch gründlich ab. Das ist kein Schleck für die Pflanze, sondern eine Rosskur, besonders wenn mit Öl* gespritzt wird, aber biologisch. So können sie die Früchte später trotzdem noch essen. Während den Spritztagen sollten Pflanzen im Schatten stehen. Wichtig ist, dass sie die Schädlinge frühzeitig erkennen. Suchen sie im Winter vor allem an den unteren Blättern vom Strauch nach Schildläusen. Eine kleine Handspritze genügt.

*Wenn sie mit ölhaltigem Präparat spritzen sollten sie die Pflanzen nach einer Woche mit Seifenwasser gründlich abwaschen ( nach Tintori Vivai in Pescia I ). 

Schildlaus

     

 

Die Jungen mit Schild wachsen heran. Die grössere auf dem Bild ist ca. 2mm lang, diese braunen sind tot. Lebende Schildläuse sind hellgrün und fast durchsichtig und nur bei genauer Betrachtung oder mit Lupe zu finden. Sie halten sich meistens nahe am mittleren Blattnerv, über oder unter dem Blatt auf. Sie lieben eine warme und eher dunkle Umgebung! Leider produzieren die weissen Muttertiere auch flugfähige Nachkommen. 

Das Schadsymptom ist zuerst der Honigtau den sie ausscheiden. Teile der Blätter werden glänzend. Werden die Pflanzen nicht behandelt, serbeln sie. Diese Schildläuse mögen es eher geschützt. Zitruspflanzen werden in einem dunklen, warmen Winterquartier gerne befallen. Stellen sie kühler und heller. 

Massnahmen:  heller und kühler stellen.  Spritzen mit Seife-öl-gemisch.

 

 Rote Spinnmilbe.

Grösse ca. 0.5 mm. Sie ist in meinem Gewächshaus und Garten überall auf den Zitruspflanzen immer wieder einmal anzutreffen. Sie liebt heisses, trockenes Wetter. Im Winter ist sie im Gewächshaus bisher leicht in Schach zu halten. Es ist kühl, etwas feucht und ich unterstütze die Feuchtigkeit mit regelmässigem Regen aus der Rückenspritze, aber nur wenn die Sonne das Treibhaus aufwärmt und dann jeden Tag. Im Sommer können sie befallen werden, wenn sie vor Regen geschützt und sehr warm stehen. Gut giessen und oft mit der Giesskanne abbrausen hilft.

Schadsymptome sind aufgehellte Blätter voll von sehr kleinen hellen Punkten weil sie zerstochen sind. Spinnenfäden hängen an der Pflanze. Das Blattgrün ist reduziert, die Pflanze wird geschwächt. Bei sehr starkem Befall fallen die Blätter ab.

Ein Ei von der roten Spinn-Milbe. Die weissen Punkte auf dem Blatt sind von der Roten Spinnmilbe ausgesaugte Stellen. Der weisse Strich ist ein Menschenhaar zum Grössen-Vergleich. Das Ei ist ca. 1/4mm gross, oft oben am Blatt neben dem Haupt-Blattnerv zu finden. Abhilfe: Stellen sie die Pflanzen ins Freie, im Sommer in den Regen, im Winter mit Wasser bespritzen und kühler stellen. In der Übergangszeit kann die Pflanze mit Wasser regelmässig besprüht werden, wenn es nicht genügt, spritzen mit Schmierseife-Wasser-Gemisch. Tote Eier sind hellrot oder weiss.

Massnahmen: im Sommer regelmassig abbrausen, gut giessen, ev. von der prallen Sonne weg nehmen bis sie gesund ist.  Ev. mit Seife spritzen.

 

Blattlaus:

Sie treten gerne im Frühjahr oft im Mai auf jungen Trieben auf. Die Triebe und Blätter verkrüppeln, deshalb fallen Läuse sofort auf.

 Grösse 1-2mm

 

   Wenn gut beobachtet wird, findet man die braunen Punkte und man kann frühzeitig handeln.

Massnahmen: Die Läuse vertreibe ich indem ich sie vom Zweig abstreife oder mit Seifenwasser  spritze.

 

Eier von weissen Fliegen.

Die Eier sind tot. Solange sie leben sind sie fast unsichtbar durchsichtig. Eingeschleppt von einer Gärtnerei. Sie starben bei mir aus.

 

Miniermotte

Der Befall kommt im Spätherbst oder im Winter. Es können junge Triebe von allen austreibenden Pflanzen befallen sein.

Schadsymptom:

Junge Blätter verkrüppeln, die Pflanze tut sich schwer im Wachstum. Auf der Blattunterseite löst sich die Blatthaut. Etwas rechts der Mitte im Bild sieht man die Made unter der Haut. 

Massnahmen: Weil sie im Winter nicht wachsen sollten, entfernte ich die neuen Triebe und damit die Miniermotten.

 

 

Citrus-Wolllaus   Wissenschaftlicher Name: Planococcus citri

auch Schmierläuse genannt, 1-3mm gross,  auf einer Zitrone

Es ist Winter 2021/2022. Nun erlebe ich nach sieben Jahren Ruhe doch noch einen schlimmen Befall. Im Frühling 2021 besuchte ich Tintori Vivai und kaufte 4 Zitronen- und 6 Clementinen-Bäumchen. Ich stellte etwas später am Fruchtansatz der Clementine Bellezza Wollläuse fest, die ich damals noch nicht kannte. Ich zerdrückte hie und da mal ein Häufchen. Die Bekämpfung war zu schwach, die Wollläuse konnten sich vermehren. Nach dem einwintern stellte ich im Treibhaus massiven Befall an 15 Pflanzen fest. Ich spritzte mehrmals mit einer Mischung von Seife Spiritus und  Rapsöl. Der Erfolg war mässig. Sogar im kalten Treibhaus leben sie munter weiter und fressen sogar Zitronen an. Sie seien schwer zu bekämpfen, habe ich gelesen. Sobald es wärmer wird bin ich gefordert!

Das Schadsymptom ist zuerst der Honigtau den sie ausscheiden. Teile der Blätter werden glänzend. Dann setzt sich ein schwarzer Schimmelpilz auf den süssen Saft. 

Massnahmen: Wenn bei einer gekauften Pflanze die Wolllaus festgestellt wird, muss sie sofort in Quarantäne und wie die Schildlaus behandelt werden. 

 

 Schnecken

Schnecken können Löcher in reife Früchte fressen. Das kommt nicht so oft vor, weil im Sommer wenig Früchte reifen. 

Schadbild: Zuerst sind nur Vertiefungen im der Schale sichtbar. Die Vertiefungen werden von Tag zu Tag grösser bis Löcher auffallen. Wenn man genau hinschaut sind feine, vertrocknete Schleimspuren zu erkennen. Auf dem Bild sehen sie die Rangpurlimette (süsse Limette). Die zuerst beobachteten, vertieften Frassspuren  bei einer reifen Zitrone konnte ich noch nicht deuten. Nun sind es eindeutig Schnecken.  

Massnahmen:  Drei braune Nacktschnecken habe ich gefunden. Sie versteckten sich unter den Topfrändern oder bei mir auch zwischen dem Pflanzentopf und dem Übertopf. Ich entsorgte die Schnecken und streute einige biologische Schneckenkörner um und in die Töpfe.